Dienstag, 26. Juni 2012
Chernobyl Diaries
UdSSR, 26.April 1986: Im AKW Tschernobyl ereignet sich ein katastrophaler Zwischenfall und große Mengen atomar strahlenden Materials verseuchen weite Teile von Europa. Die Einwohner der angrenzenden Stadt Prypjat werden erst einen Tag nach dem Unglück evakuiert, erfahren fast nichts über die Ursache und haben kaum Zeit, ihren Besitz zu packen. Ein Vierteljahrhundert später beschließt eine Gruppe junger Amerikaner um Chris (Jesse McCartney) und Paul (Jonathan Sadowski), ihren Europatrip mit einer Sehenswürdigkeit der besonderen Art zu beenden. Fasziniert von der Geschichte der Atomkatastrophe reisen sie ins nahegelegene Prypjat, die verlassene Stadt der Tschernobyl-Arbeiterschaft. Geleitet vom Fremdenführer Uri (Dimitri Diatchenko) besichtigen sie das Gelände. Als sie schließlich die Heimfahrt antreten wollen, bemerken sie, dass ihr Auto fahruntüchtig gemacht wurde. Und plötzlich scheinen die drückenden Häuserschluchten doch nicht so verlassen… Die Location ist alles! Dies gilt für jeden Horrorfilm. "Chernobyl Diaries" spielt in Prypiat, Ukraine. Es liegt so viel Potential in dem Ort, das leider nicht rausgeholt wurde. Stattdessen kriegt man einen durchaus spannenden Film, dem aber gegen das Ende die Luft rausgeht.
Montag, 25. Juni 2012
Wanderlust - Der Trip ihres Lebens
George (Paul Rudd) und Linda (Jennifer Aniston) sind ein Ehepaar aus New York, das ein unspektakuläres und gewöhnliches Dasein fristet. Doch damit sind beide glücklich. Linda hofft mit einem Dokumentarfilm groß rauszukommen und George ist zufrieden mit seinem Bürojob. Doch alles ändert sich, als George seine Arbeit verliert und Lindas Filmtraum im Keim erstickt wird. Da sie sich das teure Leben in New York nun nicht mehr leisten können, fühlen sich die beiden gezwungen zu Georges schwerreichen und ungeliebten Bruder nach Atlanta zu ziehen. Jedoch kommt es zu einer Reihe unvorhergesehener Ereignisse, an dessen Ende das Ehepaar in einer bunten Kommune landet, die von Hektik und Karrieredenken nicht wirklich viel hält. Anfangs eher schockiert von ihrer neuen Umgebung, beginnen sich George und Linda bald unten den Hippies wohl zu fühlen und sich selbst neu zu entdecken. "Wanderlust" ist eine angenehme Hippie-Komödie mit vielen witzigen Charakteren und allgemein einem guten Drehbuch. Jennifer Aniston ist wie gewohnt eine der besten Schauspielerinnen und verleiht auch hier dem Film ein wenig zum Erfolg. Die 98 Minuten gehen recht schnell um und es wird auf keinen Fall zu langwierig.
Samstag, 23. Juni 2012
Take Shelter - Ein Sturm Zieht Auf
Curtis LaForche (Michael Shannon) lebt mit seiner Frau Samantha (Jessica Chastain) und ihrer sechs Jahre alten, tauben Tochter Hannah (Tova Stewart) in einer Kleinstadt in Ohio. Tagsüber schuftet er für seine Familie auf dem Bau, abends kehrt er zurück ins langsam abzustotternde Eigenheim. Als Curtis von schrecklichen Träumen heimgesucht wird, behält er die Visionen - in denen sich unheilvolle schwarze Wolken am Himmel zusammenziehen - für sich und beginnt wie besessen an einem Sturm-Schutzbunker auf seinem Hinterhof zu arbeiten. Sein scheinbar unerklärliches Verhalten besorgt die Menschen, die Curtis nahe stehen. Der Druck der auf seiner Ehe lastet und die Spannungen, die er aus seinem Umfeld mitnimmt, sind aber nicht zu vergleichen mit seiner Angst, dass seine Träume wahr werden könnten. Die Psyche eines Menschen in einem Film darzustellen ist immer eine große Herrausforderung, die der Regisseur Jeff Nichols allerdings sehr gut darstellt, indem er sich sehr viel Zeit lässt um den Protagonisten zu entfalten. Unterstützt wird das von Michael Shannon, der dies so überzeugend spielt, sodass man von Anfang bis Ende an den Film gefesselt ist. Das beste an dem Film ist die Ungewissheit, die der Zuschauer hat. Man weiß so gut wie nie was kommt.
Montag, 11. Juni 2012
Lachsfischen in Jemen
Der visionäre Scheich Muhammad ibn Zaidi bani Tihama (Amr Waked) hat eine große Leidenschaft für sich entdeckt: das Lachsfischen. Er ist der festen Überzeugung, dass er damit das Leben seiner Mitmenschen bereichern wird, sollte es ihm gelingen, das Lachsfischen als Sport unter seinen Landsleuten bekannt zu machen. Dabei scheut er keine Kosten, um seinen Traum zu verwirklichen und bittet den britischen Fischwissenschaftler Dr. Alfred Jones (Ewan McGregor), ihm zu helfen, dessen außergewöhnlichen Wunsch in die Realität umzusetzen. Als Vertreter der führendern Fischerei Großbritanniens ist es für ihn eine spannende Aufgabe, in die er viel Energie steckt. Schon kurze Zeit später schaltet sich die übereifrige Pressesprecherin des Premierministers, Patricia Maxwell (Kristin Scott Thomas), ein: Sie will aus der kleinen Geschichte ein großes Politikum machen und dafür nutzen, Großbritannien in einem guten Licht darzustellen. Eine ungewöhnliche Geschichte, die sich als recht unterhaltsame, romantische Komödie enttarnt. Die Rolle von Ewan McGregor ist wie für ihn geschaffen. Nur die Beziehung zwischen den zwei Protagonisten ist zu wenig ausgearbeitet. Es ist ein guter Film für alle Fans des britischen Humors.
Sonntag, 10. Juni 2012
Sonntags-Blockbuster #10: Date Night - Gangster für eine Nacht
Viel Romantik gibt es nicht mehr im Leben von Phil (Steve Carell) und Claire Foster (Tina Fey). Zwei Kinder toben durchs Haus, im Bett kracht es nur noch selten. Es ist aber nicht so, dass die Fosters keine Versuche starten würden, ihrer Beziehung wieder Schwung zu verleihen: An einem Abend pro Woche gehen sie zusammen aus. Blöderweise kommen sie selbst in der "Date Night" immer wieder auf die üblichen Themen des Alltags zurück. Also beschließt Phil eines (Date-)Abends, das übliche Restaurant einfach links liegen zu lassen und stattdessen einen angesagten Speisentempel in New York aufzusuchen. Natürlich ist in einem solchen „In“-Schuppen am Freitagabend ohne Reservierung nicht viel zu machen, doch wie es der Zufall so will, ist ein anderes Paar nicht erschienen. Die Fosters packen die Gelegenheit beim Schopfe und geben sich kurzerhand als die Tripplehorns aus. Das bringt große Probleme mit sich - denn die echten Tripplehorns haben den Mafiapaten Joe Miletto (Ray Liotta) am Hals... Die Komödien von Shawn Levy dürften jedem bekannt sein, ob "Nachts im Museum", "Der rosarote Panther" oder "Im Dutzend billiger". Obwohl das Drehbuch schwach und die Handlung vorhersehbar ist, unterhält der Film mit einer rasanten Nacht in New York. Alles in allem ist es eine Verwechslungskomödie mit Unterhaltungswert, jedoch ohne originellen Ideen und Gags.
Montag, 4. Juni 2012
Snow White & the Huntsman
"Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?" Doch was die tyrannische Königin (Charlize Theron) zu hören bekommt, gefällt ihr ganz und gar nicht. 'Snow White' (Kristen Stewart) ist das einzige Mädchen weit und breit, dass noch hübscher als die böse Herrscherin des Märchenlands ist. Vor Wut und Neid hält es die Königin kaum mehr aus und beschließt ein grausames Verbrechen zu begehen. Der Jägersmann (Chris Hemsworth) wird ausgesandt, um Schneewittchen in den Wald zu bringen und zu töten. Doch anstatt das unendlich schöne Mädchen umzubringen, wird der Jäger zu ihrem Beschützer und Mentor. Er bringt ihr das Kämpfen bei und bereitet sie auf ihre Mission vor - die böse Königin zu besiegen. Nach "Spieglein Spieglein" kommt jetzt der zweite Schneewittchen-Film. Diesmal aber düsterer und um Längen besser. Gewaltige Bilder, gute Musik und eine eindrucksvolle Charlize Theron("Monster", "Prometheus"). Auch Chris Hemsworth("Thor", "The Avengers") überzeugt. Doch Kristen Stewart("Twilight") als Snow White zu nehmen, war echt schlecht. Lippen so rot wie blut, Haare so schwarz wie Ebenholz und die Mimik eines Steins. Also Kristen Stewart ist meiner Meinung nach die schlechteste Schauspielerin, die es gibt, denn sie zeigt den ganzen Film über keine Emotionen. Da wär man mit einer jungen, unbekannten und talentierten Schauspielerin viel besser dran gewesen. Doch diese totale Fehlbesetzung schadet dem Film überraschend wenig. "Snow White & the Huntsman" unterhält gut und wird zu keinem Zeitpunkt langweilig.
Fazit: Mit Sicherheit die beste Verfilmung eines Märchens der Gebrüder Grimm, abgesehen von den Disney-Filmen ;)
Sonntag, 3. Juni 2012
Safe - Todsicher
Luke Wright (Jason Statham) ist ein zweitklassiger Cage-Fighter in New Jersey. Als er einen manipulierten Kampf nicht wie gewünscht zu Ende bringt, statuiert die russische Mafia ein Exempel an ihm. Seine Frau wird brutal ermordet und auch alle ihm nahestehenden Personen schweben plötzlich in akuter Lebensgefahr. Völlig am Ende flieht Wright mit letzter Kraft nach New York und fristet dort ein trostloses, völlig isoliertes Dasein. Erst Mei (Catherine Chan), ein zehnjähriges chinesisches Mädchen, gibt seinem Leben wieder einen Sinn. Mei hat besondere mathematische Begabungen und kann sich auch größte Zahlen auf Anhieb vollständig merken. Diese Fähigkeit brachte sie in die Fänge des Triadenboss Han Jiao (James Hong), der das Mädchen nach New York entführte und sie dort mit einem streng geheimen Code betraute. Der Zweck der Nummer wurde ihr nicht genannt, die Information scheint jedoch äußerst brisant zu sein, befindet sich doch schon bald neben der russischen Mafia auch der korrupte Polizist Wolf (Robert John Burke) auf ihren Fersen. Als Wright das völlig verschüchterte Mädchen an einer U-Bahn-Station aufgreift, gerät auch er in das Visier der New Yorker Unterwelt. Doch der ehemalige Cage-Fighter hat seine ganz eigenen Methoden sich zur Wehr zu setzen. Wieder mal ein typischer Action-Thriller mit Jason Statham("The Transporter"). In beinahe jedem Film spielt er die gleiche Rolle, sodass er diese immer weiter perfektionieren kann. Die Story ist nicht sehr originell, aber mit einem guten Drehbuch konnte man die meisten Klischees gut umgehen. Doch von Logik fehlt jede Spur, es geht von einer Actionszene in die nächste.
Samstag, 2. Juni 2012
Bad Sitter
Noah (Jonah Hill) ist alles andere als ein Musterschüler. Ein Talent für irgendetwas scheint der Jugendliche nicht wirklich zu haben, ihm fehlt es aber auch reichlich an Elan um überhaupt etwas für seine Zukunft zu tun. Doch für einen schnellen Verdienst ist der Teenager immer zu haben und so willigt der vom Unterricht ausgeschlossene Junge trotz seiner Unerfahrenheit im Umgang mit Kindern ein, als Babysitter zu jobben. Gleich bei seinem ersten Auftrag, muss er sich um Slater (Max Records), Blithe (Landry Bender) und Rodrigò (Kevin Hernandez) kümmern, drei eher anstrengende kleine Kinder. Als Noah für ein Stelldichein zu seiner Freundin will, bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Kids mitzunehmen. Doch statt dem erhofften Schäferstündchen wird es ein turbulenter Abend, als er zwei skrupellosen Drogendealern begegnet, die auch nicht davor zurückschrecken auf kleinere Ziele zu schießen. Eine weitere Zusammenarbeit von Judd Apatow und Jonah Hill, die mit ihren Komödien schon Filmgeschichte geschrieben haben. Nach "Superbad" und "Männertrip" kommt jetzt "Bad Sitter". Doch an die beiden anderen Filme kommt dieser nicht heran. Die Witze sind zu derb und selbst ein Jonah Hill schafft es nicht, den Film im Alleingang retten. Doch schlecht ist er auch nicht, es fehlt nur etwas. Der Film erinnert vom Stil her stark an "Ananas Express", der ebenfalls von Judd Apatow produziert wurde.
Freitag, 1. Juni 2012
The Big Year
Drei leidenschaftliche Ornithologen wetteifern darum, wer von ihnen in einem Jahr möglichst viele verschiedene Vogelarten entdecken kann. Derweil hat jeder von ihnen mit privaten Problemen zu kämpfen: Kenny Bostick (Owen Wilson), der Vorjahressieger in der Midlife-Crisis, dessen Gattin (Rosamund Pike) unbedingt ein Baby will, Stu Preissler (Steve Martin) der sich als Rentner nicht so recht vom Berufsleben verabschieden möchte und Brad Harris (Jack Black), der geschieden ist, in einer beruflichen Sackgasse steckt und es seinem Vater einfach nicht recht machen kann. Ermüdet von Zwängen und Verpflichtungen nehmen sich die drei befreundeten Rivalen eine einjährige Auszeit, um ihren gemeinsamen Traum zu verfolgen. Sie reisen mit den Vögeln quer durch die Vereinigten Staaten und versuchen nebenbei alles mögliche, um die jeweils anderen auszustechen. Der Film ist mit den drei komischen Vögeln Owen Wilson („Die Hochzeits-Crasher“), Jack Black („School of Rock“) und Steve Martin („Der rosarote Panther“) ideal besetzt. "The Big Year" ist eine Mischung aus Komödie und Dokumentarfilm, überzeugt aber in keinem Genre. Er bleibt die ganze Zeit nur Mittelmaß und wird nur richtige Vogelfanatiker unterhalten. Denn die ganze Zeit geht es nur um Vögel.
Donnerstag, 31. Mai 2012
Men in Black 3
Eigentlich erleben die Men in Black einen Arbeitstag wie jeden anderen: Schleimige Aliens zu bekämpfen ist schließlich Alltag für die beiden Agenten. Doch nach einem merkwürdigen Zwischenfall sucht Agent J (Will Smith) überall und schließlich im MIB-Hauptquartier nach seinem Kollegen Agent K (Tommy Lee Jones). Dort eröffnet ihm Agent O (Emma Thompson), dass dieser bereits seit 40 Jahren tot sei. Irgendwie muss der Lauf der Geschichte verändert worden sein und der Tod von K scheint eine zentrale Rolle für die Pläne einer außerirdischen Invasion zu spielen. Also reist Agent J in die Vergangenheit ins New York der 1960er Jahre, um dort eine jüngere Version (Josh Brolin) von Agent K vor seinem Tod zu retten und somit das drohende Ende der Welt abzuwenden. Erreicht er sein Ziel nicht binnen 24 Stunden, kann er nie wieder in die Gegenwart zurückkehren... Die Story ist gut, aber das mit den Zeitreisen ist immer riskant. Hier gelingt es eindeutig, ist aber für jeden Fan von "Zurück in die Zukunft" relativ anspruchslos. Die Leistung von Will Smith ist hervorragend, obwohl er seit vier Jahren nicht mehr im Kino zu sehen war. Die Aliens sind mal wieder optisch 1a und die Jagd auf diese ist einfach spaßig mit anzusehen.
Dienstag, 29. Mai 2012
Act of Valor
Eine Gruppe von Navy SEALs, dargestellt von Originalrekruten der US Navy, muss eine Balance zwischen ihrer Verpflichtung gegenüber ihres Landes, ihres Teams, aber auch ihrer Familien finden, die in der Heimat auf sie warten. Im Auftrag der Regierung begeben sie sich auf eine Mission nach Costa Rica, wo die CIA-Agentin Morales (Roselyn Sánchez) dem Drogenschmuggler Christo (Alex Veadov) in die Hände gefallen ist. Als sie dabei einen perfide geplanten Terroranschlag gegen die Vereinigten Staaten aufdecken, der sich über mehrere Kontinente erstreckt, werden sie auf eine weltweite Fahndung nach dem Drahtzieher Abu Shabal (Jason Cottle) gesandt. Um Millionen Amerikaner vor dem sicheren Tod zu retten, müssen die Navy SEALs ihr Leben riskieren und ein internationales Terrorkomplott vereiteln. Ein Action-Thriller mit echten Navy Seals. Das war eine großartige Idee. Denn diese sind zwar schlechte Schauspieler, doch die Actionszenen bringen sie sehr realistisch rüber. Visuell ist der Film spitze. Schöne Landschaftsaufnahmen, gute Kameraeinstellungen und die perfekten Farben machen den Film optisch zu einem Meisterwerk. Die Story lässt zu wünschen übrig. Denn auf die, sowie auf die Charaktere wird wenig Wert gelegt. Emotionale Bindungen fehlen vollkommen. Ein weiterer Punkt ist, dass "Act of Valor" sehr patriotisch ist. Die Seals werden z.B. als Helden dargestellt, die ein perfektes Leben führen.
Fazit: Wer den Patriotismus nicht leiden kann, sollte die Finger davon lassen. Für Actionfans sehenswert.
Sonntag, 27. Mai 2012
Festival de Cannes 2012
Zum 65. Mal fanden die Filmfestspiele von Cannes statt. Der Regisseur Michael Haneke hat mit dem Drama "Amour" seine 2. Goldene Palme gewonnen. Die erste erhielt er 2009 für "Das weisse Band" erhalten. Als beste Schauspielerin wurden die beiden jungen Rumäninnen Cosmina Stratan und Cristina Flutur aus "Beyond the Hills". Cristian Mungiu, der das Drehbuch für "Beyond the Hills" geschrieben hat, bekam auch eine Palme. Den Preis als bester Schauspieler erhielt der Däne Mads Mikkelsen für seine Rolle in dem Psychothriller "The Hunt". Als bester Regisseur wurde Carlos Reygadas geehrt für seinen Film "Post tenebras lux". Hollywood ging leer aus.
Sonntag, 20. Mai 2012
Der Diktator
Der machtbesessene Diktator (Sasha Baron Cohen) will die drohende Säkularisierung seines unterdrückten Volkes um jeden Preis verhindern. Um sein verdächtiges, nukleares Atomprogramm zu rechtfertigen, reist Admiral General Aladeen nach New York um dort einen Vortrag zu halten. Zu seinem Entsetzen wird der Despot jedoch noch vor seinem internationalen Auftritt gekidnappt und durch ein harmloses Double ersetzt. Rücksichtslos lassen seine Entführer den überrumpelten Diktator schutzlos auf den Straßen New Yorks zurück. Zu seiner Überraschung, bietet die Besitzerin eines veganen Öko-Geschäfts (Anna Faris), dem entmachteten Staatsoberhaupt Asyl. In seiner Ehre verletzt, möchte der unfreiwillige Gast aber nichts von einem Asyl wissen und versteift sich auf den Gedanken, seine 14-stündige Rede vor den internationalen Abgeordneten der UN zu halten. Nach "Borat" und "Brüno" kommt jetzt endlich ein Film mit richtiger Handlung vom britischen Komiker Sacha Baron Cohen. Mit einer Länge von nur 83 Minuten versucht dieser uns zum Lachen zu bringen. Und macht dabei vor gar nichts Halt. "Der Diktator" ist sexistisch, rasistisch und vulgär. Doch wenn man den Humor mag, ist er auf jeden Fall sehenswert. Außerdem hat Sacha Baron Cohen den Film promoviert wie kein anderer. So stellte er seinen imaginären Staat bei der ITB, einer Tourismusmesse in Berlin, vor, oder kippte die die Asche des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-II auf dem roten Teppich der Oscar-Verleihung über den US-Moderator Ryan Seacrest. Wenn sowas nötig ist, kann "Der Diktator" auch nicht besser als ein Mittelklasse-Film sein.
Montag, 14. Mai 2012
Lockout
50 Kilometer über der Erde werden 500 Verbrecher in der modernsten und ausbruchsichersten Strafanstalt, der MS: One gefangen gehalten. Mittels fortschrittlicher Techniken werden die Insassen in eine Art Dauerschlaf versetzt, doch eines Tages wachen die Kriminellen unerwartet auf, während sich die Tochter des US-Präsidenten, Emily (Maggie Grace), gerade in geheimer humanitärer Mission in der Station aufhält und übernehmen die Kontrolle des Weltall-Gefängnisses. Um die Situation zu deeskalieren, bietet die US-Regierung dem wegen Mordes verurteilten Undercover-Cop Snow (Guy Pearce) einen Deal an: Sollte er die Kontrolle über die MS: One zurückgewinnen, so gewährt man ihm Freilassung. Snow ist entschlossen seine letzte Chance zu nutzen und stellt sich den unberechenbaren Schwerverbrechern. Für ihn und Emily beginnt der gnadenlose Kampf ums Überleben ... Mit einem knappen Budget von 20 Millionen Dollar wirkt der Film recht trashig. Die Handlung ist sehr flach und schwer nachzuvollziehen. Der Film geht einfach ohne Highlights sein Programm durch. Die Regisseure haben die Story so gemacht, das ein zweiter Teil möglich wäre. Die ganzen Nebendarsteller überzeugen nicht wirklich. Doch der Film wird durch einen hervorragenden Guy Pearce("Memento", "Prometheus") gerettet. Dieser spielt den Supermacho einzigartig und macht aus "Lockout" gutes Popcorn-Kino. Es wäre schön, wenn ihm endlich der Durchbruch gelingt.
Freitag, 11. Mai 2012
21 Jump Street
Die zwei frisch gebackenen Polizisten Jenko (Channing Tatum) und Schmidt (Jonah Hill) haben sich mit vereinten Kräften durch die Polizeiakademie gekämpft und nun schon wartet eine große Aufgabe auf sie: Aufgrund ihres jugendlichen Aussehens sollen sie in eine Highschool eingeschleust werden, sich dort als Schüler ausgeben und verdeckt für Recht und Ordnung sorgen. Doch mit den zwei schrägen Typen ist der Ärger vorprogrammiert. Als sie einem Dealer auf die Spur kommen sollen, der in der Schule eine neuartige Droge in Umlauf gebracht hat, erweist sich das als kein leichter Unterfangen- vor allem, wenn die zwei Möchtegern-Schüler in ihrer Rolle etwas zu sehr aufgehen. Der Film beruht auf der alten, gleichnamigen Serie aus den '80ern, mit der Johnny Depp seinen Durchbruch geschafft hat. Doch die Serie hatte keinen großen Erfolg. Die Handlung ist ganz ok, teilweise etwas abgedreht, aber das macht diesen Film aus. Channing Tatum("Fighting", "Step Up") und Jonah Hill("Moneyball", "Superbad") passend perfekt zusammen. Einer dümmer als der Andere. Besonders Jonah Hill wird von Film zu Film besser. Auch Ice Cube("xXx-The next Level") spielt den Chef der Beiden sehr gut. "21 Jump Street" parodiert sein eigenes Genre. Und das auf einem relativ hohen Niveau. Und dann noch ein genialer Cameo-Auftritt von jemanden, den jeder kennt.
Montag, 7. Mai 2012
Bel Ami
Anfang der 1890er Jahre zieht der ambitionierte, jedoch mittellose George Duroy (Robert Pattinson) aus der französischen Provinz in die Metropole Paris. Dort bahnt er sich seinen Weg in die gesellschaftliche Oberschicht, indem mit einer einflussreichen Dame nach der anderen schläft. Ruhm, Macht und Reichtum ist das Ziel. Seine skrupellosen Pläne gehen auf und so macht er in kürzester Zeit eine Karriere als Journalist. Als er jedoch die junge Clotilde de Marelle (Christina Ricci) lieben lernt und zusätzlich in Konflikt mit dem Ehemann einer seiner Gönnerinnen gerät, beginnt sein neues Leben ins Wanken zu geraten... In der Hauptrolle steht Robert Pattinson, der wohl nicht ganz aus dem Twilight-Franchise rausgekommen ist. Den ganzen Film über, und er ist in jeder Szene zu sehen, hat er einen Psychoblick im Gesicht, der schon nach wenigen Minuten anfängt zu nerven. An der restlichen Besetzung ist nichts auszusetzen. Die Handlung ist zu oberflächlich und fesselt den Zuschauer zu keinem Zeitpunkt. Mehr kann man zu diesem Film einfach nicht sagen.
Sonntag, 6. Mai 2012
Sonntags-Blockbuster #9: Beim Leben meiner Schwester
Brian (Jason Patric) und Sara Fitzgerald (Cameron Diaz) bekommen eine der schlimmsten Nachrichten, die man Eltern überbringen kann: Ihre zweijährige Tochter Kate ist an Leukämie erkrankt. Das Paar trifft daraufhin eine schwerwiegende Entscheidung. Da weder ihr Sohn Jesse (Evan Ellingson) noch sie selbst als passende Spender für die kleine Kate in Frage kommen, entschließen sie sich, ein drittes Kind zu bekommen, das genetisch auf die Bedürfnisse seiner großen Schwester abgestimmt ist. Baby Anna ist fortan also ein lebendiges Ersatzteillager für Kate (Sofia Vassilieva), deren Krebs immer wieder zurückkehrt. Die Eltern sind zu allem bereit, um Kate am Leben zu erhalten. Doch dann, als Anna (Abigail Breslin) elf Jahre alt ist, weigert sie sich, eine ihrer Nieren zu spenden und holt sich dafür Unterstützung von Anwalt Campbell Alexander (Alec Baldwin)... Mit Cameron Diaz("Bad Teacher", "3 Engel für Charlie"), Abigail Breslin("Zombieland", "Signs – Zeichen") und Alec Baldwin("Departed-Unter Feinden", "Pearl Harbor") gut besetzt. Selbst die Nebencharaktere sind gut gewählt. Das Drehbuch ist allerdings schwach. Zu verwirrend und es geht kaum in die Tiefe. Doch insgesamt ist es ein gutes Drama, bei dem schon mal eine Träne vergossen werden kann.
Samstag, 5. Mai 2012
50/50 - Freunde fürs (Über)leben
Der 27-jährige Adam (Joseph Gordon-Levitt) fühlt sich, abgesehen von seinen Rückenschmerzen, vital und steht eigentlich in der Blüte seines Lebens. Weder raucht er, noch trinkt er und bekommt dennoch einen Tumor diagnostiziert. Er teilt sein Schicksal unmittelbar seiner Freundin Rachael (Bryce Dallas Howard), seinem besten Freund Kyle (Seth Rogen) und seiner Mutter Diane (Anjelica Huston) mit. Um die bevorstehenden Chemotherapie und die Todesgefahr zu verarbeiten, besucht Adam die unerfahrene Psychologin Katherine (Anna Kendrick). Während Adams Mutter ihn stärker belastet, als sie ihm hilft, Rachael sich in ihre Arbeit als Künstlerin stürzt und Kyle Adams Krankheit nutzt um per Mitleidsmasche Frauen abzuschleppen, spielen Adams Gefühle Achterbahn. Joseph Gordon-Levitt überzeugt genauso gut wie "Inception" und Seth Rogen("Beim ersten Mal", "Ananas Express") in seiner typischen Rolle. Der Film hat ein klasse Drehbuch, das die beiden Elemente Drama und Komödie sehr gut kombiniert. Das Ergebnis ist eine gute Tragikömödie, die sich sehen lassen kann.
Mittwoch, 2. Mai 2012
The Avengers
Mit einer Bedrohung von solchem Ausmass für die ganze Welt hat es Nick Fury(Samuel L. Jackson) von S.H.I.E.L.D. noch nie zu tun gehabt. Wenn überhaupt, dann hat nur eine ganze Riege von Superhelden eine Chance, ihr zu begegnen. Also versucht er Iron Man(Robert Downey Jr), Thor(Chris Hemsworth), Captain America(Chris Evans), Black Widow(Scarlett Johansson) und Hulk(Mark Ruffalo) für eine konzertierte Rettungsaktion zusammen zu trommeln: keine einfache Aufgabe. Doch noch schwieriger ist es, aus den eigenwilligen Individuen ein Team zu formen. Da liefert Marvel aber ein großartiges Superheldenspektakel ab. Mit dem unerfahrenen Regisseur Joss Whedon ist man ein kleines Risiko eingegangen. Doch der hervorragende Drehbuchautor("Toy Story", "Titan A.E") erweist sich als fähig. Er lässt sich etwas Zeit die Helden zusammenzuführen. Erst mal hat jeder ein paar Szenen für sich und danach dürfen sie sich alle erst mal hassen und bekämpfen. Es vergehen ca. 1,5h bis sie zusammenarbeiten. Eine gute Handlung gibt es hier nicht, aber wozu auch? "The Avengers" hat eine grandiose Besetzung. Vor allem Robert Downey Jr.("Iron Man"; "Sherlock Holmes"), spielt besonders gut. An Humor fehlt dem Film auch nichts. Die vielen One-Liner sind einfach nur genial. Selbst mit 140 Minuten ist der Film relativ kurz. Wenn jemand ein Problem mit diesem Film hat, dann hat er kein Vorwissen. Dies ist zwar nicht unbedingt notwendig, allerdings versteht man dann viel mehr. Folgende Filme führten zu "The Avengers": Iron Man (2008), Der unglaubliche Hulk (2008), Iron Man 2 (2010), Thor (2011) und Captain America – The First Avenger (2011). Am Ende hat der Marvel-Schöpfer Stan Lee sogar noch einen Cameo-Auftritt in einem der Fernsehberichte.
Dienstag, 1. Mai 2012
Hollywood-Special #1: Universal Pictures
Am 30. April 1912 reichte die Universal Film Manufacturing Company ihre Gründungsurkunde in New York ein. Dies war der Beginn für eins der größten Filmunternehmen, das gestern ihren 100. Jahrestag gefeiert hat. "Fast and Furious", "Jurassic Park" und "American Pie" sind nur ein paar ihrer Filme. In den 1930er-Jahren produzierten sie hauptsächlich B-Movie-Horrorfilme. "Universal Pictures" ist die Heimat der talentiertesten Filmemachern wie Alfred Hitchcock, Steven Spielberg, Robert Zemeckis, Martin Scorsese, Ron Howard und Peter Jackson. Anlässlich des Jahrestages werden folgende Filme restauriert: "Im Westen nichts Neues", "Die Vögel", "Buck Privates", "Dracula (1931)", "Frankenstein", "Der weiße Hai", "Schindlers Liste", "Jenseits von Afrika", "Bettgeflüster", "Frankensteins Braut", "Der Clou" und "Wer die Nachtigall stört". Außerdem gibt es ein neues Logo und die "100th Anniversary Collector’s Series" mit ausgewählten Filmen als Sammlerstücke.
Herzlichen Glückwunsch "Universal Pictures"! Und Danke für die tollen Momente!
©Universal Pictures
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